„Es fehlen schlichtweg die Dienstleister“

Warum bei der Umsetzung des Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) keine Zeit verschwendet werden darf

Die Zeichen stehen auf Digitalisierung. Mit dem 2020 beschlossenen KHZG nimmt die Digitalisierung der Krankenhäuser in Deutschland endlich konkrete Formen an. 4,3 Milliarden Euro Gesamtvolumen stehen den Krankenhausträgern für ein „digitales Update“ zur Verfügung. „Das Signal, welches von der Politik ausgeht, ist klar. Digital gut ausgerüstete und funktionierende Kliniken sind das Rückgrat in unserem Gesundheitssystem. Ein immenses Problem sehe ich aber im Zeitplan der Förderungen und deren Umsetzungen. Eine Verknappung der Ressource ist da und die IT-Dienstleister werde nicht in der Lage sein, die komplette Nachfrage zu bedienen. Wer nicht im 1. Quartal 2022 mit seinem IT-Projekt startet, der wird am Ende vor massiven Herausforderungen stehen“, warnt Fabian Schmid, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Denkströme Management GmbH.

Die Zahlen sprechen für sich: insgesamt wurden 6.076 Anträge mit einem Fördervolumen von 3,042 Milliarden Euro bei Bundesamt für soziale Sicherung (BAS) gestellt. Der Gesetzgeber sieht vor, dass die Maßnahmen bis zum 01.01.2025 abgeschlossen sein müssen, ansonsten droht eine Malus-Regelung. „Das ist ein sportlicher Zeitrahmen und dieser zeigt ganz eindeutig, dass die Verantwortlichen in den Krankenhäusern schnell sein müssen, die erforderlichen Maßnahmen umzusetzen. Es geht eben nicht nur darum, Prozesse im Gesundheitswesen ins Digitale zu überführen, sondern vor allem darum, diese Prozesse individuell anzupassen und am Ende einen Mehrwert für den Patienten und den Mitarbeiter zu erzeugen. Das ist ganz entscheidend“, betont Fabian Schmid. Man muss sich mit den vorhandenen Prozessen in den Kliniken auseinandersetzen. Es reicht bei weitem nicht, lediglich die Infrastruktur zu erneuern, sondern der Ausbau der Digitalisierung muss vorangetrieben und optimiert werden. „Das sind tiefgehende Verfahren, für die wir das Krankenhaus zuerst einmal ordentlich analysieren müssen, um anschließend die neuen Instrumente und Applikationen langfristig wirksam umsetzen zu können. Hier geht es um eine Bestandsaufnahme in der Infrastruktur, der verwendeten Software und den allgemeinen und fachlichen Anwendungen. Erst nach diesem Schritt ist die Entwicklung einer stringenten Digitalisierungsstrategie mit Festlegung der einzelnen Sprints meiner Ansicht nach möglich und erfolgreich zu bewerkstelligen“, so die Einschätzung Schmids.  Kleine Sprints seien immens wichtig, um damit bereits erste Detailerfolge sichtbar zu machen. Gerade im Hinblick auf die Mitarbeiter:innen im Gesundheitswesen sei das der entscheidende Vorteil, so der erfahrene Geschäftsführer: „Man muss den Menschen die Angst vor den Neuerungen und der digitalen Transformation im Allgemeinen nehmen. Das funktioniert allerdings ausschließlich über eine ordentliche Aufklärung und ein kontinuierliches Aufzeigen des Benefits für die Mitarbeiter:innen und die Patient:innen.“

Patientennutzen klar kommunizieren – gesellschaftliche Debatte aufbrechen
Der Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Denkströme Management GmbH sieht ein akutes Problem in der Tatsache, dass Digitalisierung nicht frühzeitig und ausführlich genug kommuniziert wird. „Die Prozessverbesserung im Gesundheitswesen steht an oberster Stelle und ist die Triebfeder unserer täglichen Arbeit. Wir als Unternehmen sind bereits seit mehreren Jahren ein Teil der Telematikinfrastruktur, die wir für einen Verband erfolgreich planen und umsetzen. Digitale Technologien verbessern die Versorgung und haben einen enormen Mehrwert für alle Beteiligten. Die Pandemie hat einen ersten Digitalisierungsschub geschaffen, sodass Vorbehalte zur Nutzung von digitalen Instrumenten deutlich reduziert wurden. Diesen Schwung gilt es mitzunehmen“, führt Schmid weiter aus. Gesundheits-Apps ermöglichen es Patient:innen, sich aktiv am Behandlungsprozess zu beteiligen oder gar zur Krankheitsprävention beizutragen. Die Versorgungsqualität wird dadurch gesteigert und der Patient erhält einen Zuwachs an Autonomie. „Wir müssen es schaffen, die digitale Veränderung im Gesundheitswesen vom Sockel der Abstraktion herunterzuholen und für die Menschen erlebbar machen. Wenn der Einzelne versteht, welcher Benefit und welche serviceorientierten Verbesserungen am Ende des Tages auf ihn warten, dann wird sich die Skepsis gegenüber der bevorstehenden Veränderung mit Sicherheit legen.“ Im Gegensatz zu anderen Ländern gibt es in Deutschland eine andere gesellschaftliche Struktur und Debatte, die es aufzubrechen gilt. Die Angst der Menschen muss erkannt, ernst genommen, aber dann auch zielgruppengerecht und sukzessive abgebaut werden. Nur wenn der Druck von unten komme, haben neue Instrumente und Tools eine wirklich langfristige Chance, sich durchzusetzen. „Der Anwender muss positiv abgeholt werden, daran führt kein Weg vorbei.“

Um Veränderungen zielgruppengerecht und effizient umzusetzen, ist demzufolge eine strukturierte Begleitung unumgänglich. „Wir haben in der Vergangenheit zeigen können, dass wir über umfassende Erfahrung verfügen, um den Veränderungsbedarf zu identifizieren und eine individuell passende Digitalisierungsstrategie implementieren und sicher verankern zu können. Hierbei spielen die Faktoren Aufbau, Planung, Kontrolle, Steuerung, Kommunikation und Marketing eine gewichtige Rolle“, hebt Schmid hervor. Die Unternehmensgruppe Denkströme Management GmbH initiiert und begleitet notwendige Veränderungen in Führung und Kultur, um das volle Potenzial aller digitalen Möglichkeiten auszuschöpfen. Die Ressourcen in der Branche seien aktuell knapp und es dürfe keine Zeit verschlafen werden, um das KHZG und die damit verbundenen Projekte stemmen zu können, so der Geschäftsführer abschließend.

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